Strandtag mit Kindern an Nord- & Ostsee: Packliste & Tipps

Strandtag mit Kindern an Nord Ostsee

Ich sage es, wie es ist: Ein Strandtag mit Kindern ist keine Wellness-Anwendung. Er ist eine Expedition. Ich spreche aus Erfahrung, denn ich bin die coole Tante von zwei kleinen Küstenpiraten (6 und 9), die ich regelmäßig an Nord- und Ostsee auf Sandburgen-Missionen begleite. Und ich habe alles erlebt: den Sonnencreme-Streik, das ins Meer entführte Käsebrot, die legendäre „Mir ist laaaangweilig”-Krise um 11:23 Uhr. Genau deshalb weiß ich aber auch: Mit der richtigen Vorbereitung wird aus dem Chaos ein richtig guter Tag. Einer von der Sorte, an den sich die Kinder noch Jahre später erinnern.

Dieser Artikel ist deine komplette Ausrüstung dafür: die ultimative Packliste Strand (mit Tabelle zum Abhaken), Strandspiele für Kinder nach Alter sortiert, die ewige Frage „Strandkorb oder Strandmuschel?”, alles Wichtige zu UV-Schutz und Sicherheit, ein Plan B für Schietwetter, Snack-Hacks gegen den kleinen Hunger und meine besten Tricks für Eltern, die am Strand auch mal fünf Minuten durchatmen wollen. Ja, das geht wirklich.

Eins vorweg, weil es mir wichtig ist: Sicherheit ist am Meer kein Spaßkiller, sondern die Grundlage für den Spaß. Die Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer der DLRG bewachen jeden Sommer hunderte Badestellen an unseren Küsten und geben klare Regeln an die Hand, die jedes Kind kennen sollte. Wer die Basics draufhat, kann sich danach voll und ganz dem wichtigsten Tagesordnungspunkt widmen: der größten Sandburg des Abschnitts.

Kurz gesagt

  • Packliste-Basics für den Strandtag mit Kindern: LSF 50+, UV-Kleidung, Schatten, 1,5 Liter Wasser pro Person, Snacks, Sandspielzeug, Wechselklamotten — der Rest ist Luxus.
  • Eincremen: 30 Minuten vor dem Start, dann alle 2 Stunden und nach jedem Baden nachlegen; zwischen 11 und 15 Uhr gehört der Nachwuchs in den Schatten.
  • Strandkorb mieten kostet rund 10 bis 18 Euro pro Tag und lohnt sich ab einem ganzen Strandtag; die Strandmuschel ist die flexible Budget-Alternative für Spontane.
  • Nordsee-Besonderheit: Ebbe und Flut wechseln etwa alle 6 Stunden — Gezeitenkalender checken, bevor ihr zum Wattwandern oder Baden aufbrecht.

Die ultimative Packliste für den Strandtag mit Kindern

Meine goldene Regel: Packe so, dass du alles in einem Rutsch tragen kannst — Bollerwagen zählt als ein Rutsch. Denn zwischen Parkplatz und Wasserkante liegen an der Nordsee gern mal 500 Meter Sand, und spätestens auf halber Strecke will das kleinste Kind getragen werden. Weniger ist also mehr, aber die Basics müssen sitzen. Hier kommt meine erprobte Packliste Strand, sortiert nach Kategorien:

Kategorie Muss mit Nice to have
Sonnenschutz Sonnencreme LSF 50+, UV-Shirts, Sonnenhüte, Sonnenschirm oder Strandmuschel, Sonnenbrillen After-Sun-Lotion, Lippenpflege mit LSF 30
Wasser & Baden Badesachen, 2 Handtücher pro Kind, Schwimmhilfen, Badeschuhe Schnorchelbrille, aufblasbarer Schwimmring als Reserve
Verpflegung Mindestens 1,5 Liter Wasser pro Person, Brote, Obst, Gemüsesticks Kühltasche mit Kühlakkus, Thermosflasche mit kaltem Tee
Spielzeug Eimer, Schaufeln, Förmchen, Ball Frisbee, Beachball-Set, Kescher, Springseil
Kleidung Komplette Wechselkleidung pro Kind, dünner Pulli, Windjacke Matschhose für kleine Buddel-Profis
Notfall & Hygiene Pflaster, Desinfektionsspray, Zeckenkarte, Feuchttücher, Müllbeutel Kühlpad, Mückenschutz, Ersatz-Schnuller
Eltern-Survival Powerbank, Bargeld für Eis und Kurtaxe, Sitzunterlage Buch (Optimismus!), Kaffee im Thermobecher

Die drei unterschätzten Helden der Strandtasche

Held Nummer eins: der Müllbeutel. Klingt unsexy, rettet aber alles — nasse Badehosen, sandige Schuhe, das angebissene Brötchen. Nimm gleich drei mit. Held Nummer zwei: Babypuder. Wer sandige Kinderfüße damit einreibt, wischt den Sand danach fast rückstandslos ab. Zauberei, ich schwöre. Held Nummer drei: eine alte Spannbettlaken-Decke, deren Ecken du über vier Taschen oder Kühlboxen stülpst. Ergebnis: eine sandfreie Insel mitten am Strand, auf der auch das Baby krabbeln kann, ohne im nächsten Moment paniert zu sein wie ein Schnitzel.

Was du getrost zu Hause lassen kannst

Das dritte Spielzeugset, die Reise-Spielekonsole, das gute weiße Handtuch und die Illusion, du würdest am Strand ein Buch von vorn bis hinten durchlesen. Auch das riesige aufblasbare Einhorn darf daheim bleiben — bei auflandigem Wind wird es zur Deko, bei ablandigem Wind zur Gefahr, weil es blitzschnell aufs offene Meer treibt. Und jetzt du: Was darf in eurer Strandtasche NIE fehlen? Ab damit in die Kommentare — ich sammle die besten Geheimtipps!

Strandspiele für Kinder: die besten Ideen nach Alter

„Mir ist langweilig” ist am Strand kein Schicksal, sondern ein Planungsfehler. Mit den richtigen Strandspielen für Kinder überbrückst du locker den ganzen Tag — und die meisten brauchen nichts als Sand, Wasser und ein bisschen Tanten-Energie. Hier meine Favoriten, sortiert nach Alter:

1 bis 3 Jahre: Buddeln, matschen, staunen

Die Kleinsten brauchen kein Programm, sie brauchen eine Pfütze. Grabe ein flaches Loch in Wassernähe, das sich langsam füllt — fertig ist der sicherste Mini-Pool der Welt (natürlich nur mit Erwachsenem daneben). Förmchen befüllen, Sandkuchen „backen”, Muscheln in einen Eimer sammeln und wieder auskippen: Das ist für Zweijährige der Stoff, aus dem Legenden sind. Mein Extra-Tipp: eine kleine Gießkanne mitnehmen. Kein Spielzeug wird an einem Strandtag mit Kindern häufiger benutzt, versprochen.

4 bis 7 Jahre: Baumeister und Schatzsucher

Jetzt wird es architektonisch. Sandburgen mit Wassergraben, Staudämme gegen die anrollende Flut (Spoiler: Die Flut gewinnt immer, aber der Kampf ist episch) und Muschel-Mandalas sind die Klassiker. Richtig gut kommt die Strand-Schatzsuche an: Du versteckst 10 kleine „Schätze” — Muscheln, bunte Steine, eine Münze — in einem abgesteckten Areal von etwa 5 mal 5 Metern und malst eine Schatzkarte in den Sand. Auch super: Zielwerfen mit nassen Sandbällen auf ein in den Sand gemaltes Ziel, drei Punkte für die Mitte.

8 bis 12 Jahre: Action und Wettkampf

Große Kids wollen gewinnen. Beachball, Wikingerschach, Frisbee-Weitwurf, Staffellauf mit Wassereimern (wer verschüttet, verliert) oder die klassische Strandolympiade mit 5 Disziplinen: Weitsprung in den Sand, Zielwurf, Steine-Flitschen, Sackhüpfen im Jutebeutel und Sandburgen-Speedbuilding in 10 Minuten. Siegerehrung mit Eis am Stiel, Podest aus Sand. An der Ostsee mit Kindern in diesem Alter lohnt sich außerdem eine Steine-Sammel-Challenge: Wer findet den rundesten Stein, wer den mit Loch (der berühmte Hühnergott!)?

Für alle: das Strand-Bingo

Mein Allrounder für gemischte Altersgruppen: Vor dem Urlaub eine Bingo-Karte mit 9 Feldern basteln — Möwe klaut Essen, Hund im Wasser, Krebs gesehen, jemand fällt vom SUP, Wolke sieht aus wie ein Tier. Wer zuerst drei in einer Reihe hat, bestimmt die Eissorte für alle. Welches Strandspiel rettet bei euch jeden Tag? Verrate es mir in den Kommentaren!

Strandkorb vs. Strandmuschel: Was lohnt sich für Familien?

Der Strandkorb: die Festung mit Kult-Faktor

Einen Strandkorb mieten ist an Nord- und Ostsee fast schon ein Pflichtritual — und mit Kindern tatsächlich Gold wert. Der Korb spendet Schatten, bricht den Wind (an der Nordsee ein echtes Argument), bietet abschließbaren Stauraum für Handy und Portemonnaie und markiert euer Basislager, das Kinder vom Wasser aus sofort wiederfinden. Die Kosten: je nach Ort und Saison etwa 10 bis 18 Euro pro Tag, in Top-Lagen der Hochsaison auch mal 20 Euro. Eine ganze Woche liegt meist bei 60 bis 90 Euro. Mein Rat für die Sommerferien: mindestens 3 bis 4 Tage vorher reservieren, viele Kurverwaltungen bieten das inzwischen online an. Halbtagsmieten ab etwa 6 bis 8 Euro gibt es vielerorts auch — perfekt, wenn ihr erst mittags an den Strand kommt.

Die Strandmuschel: flexibel und günstig

Die Strandmuschel kostet einmalig 20 bis 50 Euro, wiegt unter 2 Kilo und passt in jeden Kofferraum. Sie ist die beste Wahl für Familien mit Babys (Schattenschlafplatz!), für Strandhopping und für alle, die spontan bleiben wollen. Wichtig: ein Modell mit UV-Schutzfaktor 50+ und Sturmleinen wählen und die Heringe tief eingraben — der Küstenwind macht aus schlecht gesicherten Muscheln gern fliegende Untertassen. Kleiner Dämpfer: An manchen bewirtschafteten Strandabschnitten sind private Muscheln nur in ausgewiesenen Zonen erlaubt, also kurz auf die Beschilderung achten.

Mein Fazit im Duell

Ein voller Strandtag mit der ganzen Familie am selben Fleck? Strandkorb. Baby-Schläfchen, wechselnde Strände, kleines Budget? Strandmuschel. Die Luxus-Variante für lange Urlaube: Wochenkorb mieten und die Muschel als Schatten-Zweitwohnung für die Kleinsten danebenstellen.

UV-Schutz: So bleibt die Kinderhaut heil

Die Zahlen, die du kennen musst

Kinderhaut ist deutlich dünner als Erwachsenenhaut und hat kaum Eigenschutz — Sonnenbrände im Kindesalter erhöhen das Hautkrebsrisiko im späteren Leben messbar. Deshalb gilt am Meer, wo Wasser und heller Sand die UV-Strahlung zusätzlich reflektieren: Lichtschutzfaktor 50+ ist Pflicht, nicht Kür. Die erste Cremeschicht kommt 30 Minuten vor dem Aufbruch drauf, damit sie einziehen kann. Danach heißt es: alle 2 Stunden nachcremen, nach jedem Baden und Abrubbeln sofort. Und bitte großzügig — für einen Kinderkörper darf es ruhig eine Menge von etwa 3 Esslöffeln sein. Die meisten Menschen cremen nämlich viel zu dünn und erreichen so nur einen Bruchteil des angegebenen Schutzfaktors. Fundierte, werbefreie Infos rund um Sonnenschutz und Kinderhaut findest du übrigens beim Portal kindergesundheit-info.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Textil schlägt Creme

Noch besser als Creme ist Stoff: UV-Shirts mit Schutzfaktor 50+ nehmen dir das Nachcremen am halben Körper ab und sind bei Buddel-Kindern sowieso praktischer. Dazu ein Sonnenhut mit Nackenschutz und eine Kinder-Sonnenbrille mit UV-400-Filter. Die härteste Regel zum Schluss, ich weiß: Zwischen 11 und 15 Uhr, wenn der UV-Index an der Küste im Hochsommer locker Werte von 7 bis 8 erreicht, gehören Kinder in den Schatten. Praktischerweise ist das die perfekte Zeit für Mittagessen, Vorlesen im Strandkorb oder das legendäre Strandschläfchen.

Sicherheit am Wasser: Flaggen, Wellen und Gezeiten

Die Flaggensprache der Rettungsschwimmer

Bevor die Kinder ins Wasser stürmen, ein Blick zum Rettungsturm: Die rot-gelbe Flagge bedeutet, der Abschnitt ist bewacht — hier seid ihr richtig. Gelb allein heißt: erhöhte Gefahr, Kinder und ungeübte Schwimmer bleiben besser draußen. Rot heißt: absolutes Badeverbot, auch für sportliche Eltern mit Freischwimmer-Nostalgie. Vereinbart außerdem einen festen Treffpunkt (euer Strandkorb!) und die Regel, dass niemand allein ins Wasser geht. Für kleine Nichtschwimmer gilt: Schwimmflügel sind eine Hilfe, aber kein Ersatz für einen Erwachsenen in Reichweite — maximal eine Armlänge entfernt, immer.

Nordsee-Spezial: Ebbe und Flut ernst nehmen

Die Nordsee mit Kindern hat eine Eigenheit, die viele Binnenland-Familien unterschätzen: die Gezeiten. Ebbe und Flut wechseln sich etwa alle 6 Stunden ab, und das auflaufende Wasser kommt im Watt schneller zurück, als man denkt — schneller, als ein Kind (oder ein Erwachsener mit Bollerwagen) läuft. Wer bei Ebbe weit hinausläuft, kann von Prielen, also tiefen Wasserrinnen, vom Rückweg abgeschnitten werden. Deshalb: Wattwanderungen nur mit zertifizierter Führung oder in unmittelbarer Strandnähe, und vorher immer die aktuellen Zeiten checken. Die offiziellen Gezeitenvorhersagen des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie zeigen dir auf den Tag genau, wann Hoch- und Niedrigwasser an eurem Strand sind. An der Ostsee entfällt das Thema übrigens fast komplett — der Tidenhub liegt dort meist nur bei wenigen Zentimetern, dafür solltet ihr bei auflandigem Wind auf Wellen und bei Badewarnungen auf die Aushänge der Kurverwaltung achten.

Plan B: Wenn Petrus schlechte Laune hat

Erst die gute Nachricht: Nieselregen ist an der Küste kein Weltuntergang, sondern eine Einladung. Mit Matschhose, Gummistiefeln und Windjacke wird der leere Strand zum Abenteuerspielplatz — Drachen steigen lassen geht bei Schmuddelwetter sogar besser als bei Flaute, und danach schmeckt der Kakao doppelt so gut. Meine Nichte behauptet bis heute, ihr bester Stranmoment sei eine Pfützen-Springmeisterschaft im Juli-Regen gewesen. Kinder sind da deutlich unkomplizierter als wir.

Bei echtem Dauerregen braucht es Plan B, und der ist an Nord- und Ostsee zum Glück üppig: Erlebnisbäder mit Rutschen, Seehundstationen, Aquarien und Meereszentren, Bernstein- und Schifffahrtsmuseen, Indoor-Spielplätze und Kletterhallen gibt es in fast jedem größeren Küstenort. Mein System: Vor dem Urlaub zwei bis drei Indoor-Ziele im Umkreis von 30 Minuten heraussuchen und abspeichern — dann ist der Regentag kein Krisengipfel, sondern ein Ausflugstag. Eine ganze Ladung konkreter Ideen für die Nordseeküste findest du in unserem Beitrag Büsum bei Regen: Indoor-Tipps mit Kindern, viele davon funktionieren so ähnlich an der gesamten Küste.

Snack-Hacks: Verpflegung ohne Sand-Panade

Was sich am Strand bewährt hat

Regel Nummer eins der Strandküche: Alles, was klebt, verliert. Nutella-Brote sind nach 10 Minuten ein Fall für den Müllbeutel-Helden von oben. Stattdessen funktionieren: Brotspieße (Brotwürfel, Käse, Gurke abwechselnd auf Holzspieße — kein Kind muss etwas anfassen außer dem Spieß), Wraps stramm in Backpapier gerollt und erst beim Essen stückweise ausgepackt, gefrorene Trauben und Melonenwürfel aus der Kühltasche als Eis-Ersatz, und Mini-Muffins, weil die auch zerdrückt noch schmecken. Fürs Trinken gilt die 1,5-Liter-Regel pro Person — an heißen Tagen eher 2 Liter, denn Wind und Salz lassen den Durst später spürbar werden, als er entsteht. Ein Hack aus der Tanten-Trickkiste: eine Flasche halb gefüllt einfrieren und morgens mit Wasser auffüllen — bleibt bis zum Nachmittag kalt.

Die Möwen-Warnung

Ich muss es sagen, denn ich habe ein Fischbrötchen auf diese Weise verloren: Möwen an Nord- und Ostsee sind organisierte Banden mit Lufthoheit. Niemals Essen offen liegen lassen, niemals ein Kind mit Pommestüte allein aufs freie Feld schicken, und gefüttert wird schon gar nicht — das ist in vielen Kurorten sogar offiziell verboten und kann ein Bußgeld kosten. Snacks also immer in der geschlossenen Kühltasche lagern und gemeinsam im Windschatten des Strandkorbs essen. Die Möwe vergisst nie ein Gesicht, aber sie respektiert eine geschlossene Box.

Survival-Tricks für entspannte Eltern

Jetzt zu dir. Denn ein gelungener Strandtag mit Kindern bemisst sich nicht nur daran, ob die Kinder glücklich sind, sondern auch daran, ob du am Abend noch Restenergie hast. Trick eins: Timing. Wer um 9 Uhr am Strand ist, bekommt die besten Plätze, die entspannteste Sonne und müde Kinder zur Mittagszeit — Heimweg oder Strandkorb-Siesta, beides ein Gewinn. Alternativ funktioniert die Spätschicht ab 15 Uhr wunderbar, wenn die größte Hitze vorbei ist. Trick zwei: Schichtdienst. Wenn ihr zu zweit seid, wechselt euch in klaren 45-Minuten-Blöcken ab — einer spielt aktiv Wasserwacht und Bauleitung, einer liest, döst oder starrt einfach aufs Meer. Das ist keine Faulheit, das ist Ressourcenmanagement.

Trick drei: Erwartungsmanagement mit Ansage. Kinder verhandeln Abreisen wie Gewerkschaftsprofis, deshalb kündige den Aufbruch in drei Stufen an — „noch 30 Minuten”, „noch 10, sucht eure Schätze zusammen”, „letzte Runde Wellenhüpfen”. Klappt nicht immer, aber deutlich öfter als der kalte Entzug. Trick vier: der Abend-Check fürs Morgen-Ich. Ein Blick auf die Vorhersage deines Urlaubsorts beim Deutschen Wetterdienst mit seinen Orts-Vorhersagen entscheidet, ob morgen Strandtag, Spätschicht oder Plan B ansteht — und du packst die Tasche schon abends. Morgens mit zwei aufgeregten Kindern zu packen ist eine Disziplin, die nicht mal olympisch werden sollte.

Und der vielleicht wichtigste Trick von allen: Senke die Messlatte. Der perfekte Strandtag ist nicht der ohne Sand im Brötchen, ohne Tränen und ohne verlorene Schaufel. Er ist der, an dem alle abends müde, salzig und zufrieden auf dem Sofa der Ferienwohnung sitzen und schon planen, was morgen gebaut wird. Alles andere ist Bonus.

Häufige Fragen zum Strandtag mit Kindern

Was gehört unbedingt auf die Packliste für den Strand mit Kindern?

Die Pflicht-Basics: Sonnencreme mit LSF 50+, UV-Shirts, Sonnenhüte, Sonnenschirm oder Strandmuschel, reichlich Wasser (mindestens 1,5 Liter pro Person), Snacks, Eimer und Schaufel, Wechselkleidung, Handtücher und eine kleine Reiseapotheke mit Pflastern und Zeckenkarte. Dazu ein paar Müllbeutel für nasse Sachen. Alles andere ist Kür, nicht Pflicht.

Wie oft muss ich mein Kind am Strand eincremen?

Mindestens alle 2 Stunden nachcremen, nach jedem Baden und Abtrocknen sofort wieder. Die erste Schicht kommt schon 30 Minuten vor dem Losgehen zu Hause auf die Haut. Nachcremen verlängert den Schutz übrigens nicht, es erhält ihn nur. In der Mittagszeit zwischen 11 und 15 Uhr gilt trotzdem: ab in den Schatten.

Was kostet es, einen Strandkorb zu mieten?

An Nord- und Ostsee zahlst du je nach Ort und Saison etwa 10 bis 18 Euro pro Tag, in der Hochsaison an beliebten Stränden auch mal 20 Euro. Eine ganze Woche kostet meist 60 bis 90 Euro. In den Sommerferien lohnt es sich, den Korb einige Tage im Voraus online oder beim Strandkorbvermieter zu reservieren.

Was bedeuten die DLRG-Flaggen am Strand?

Die rot-gelbe Flagge zeigt: Der Strandabschnitt wird von Rettungsschwimmern bewacht, hier badest du am sichersten. Die gelbe Flagge warnt: Baden ist für Kinder, Ältere und ungeübte Schwimmer gefährlich. Die rote Flagge bedeutet absolutes Badeverbot, auch für geübte Schwimmer. Weht gar keine Flagge, ist der Abschnitt unbewacht und du bist auf dich gestellt.

Was machen wir bei Regen an Nord- und Ostsee?

Erst mal: Nieselregen ist kein Grund zur Flucht, mit Matschhose und Gummistiefeln wird der Strand zum Abenteuerspielplatz. Bei Dauerregen locken Erlebnisbäder, Seehundstationen, Aquarien, Museen und Indoor-Spielplätze, die es in fast jedem Küstenort gibt. Plant pro Urlaubswoche einfach ein bis zwei Schlechtwetter-Ziele vorab ein, dann trifft euch der Regen nie unvorbereitet.

Fazit

Ein Strandtag mit Kindern an Nord- oder Ostsee ist wie ein guter Deichspaziergang: Mit der richtigen Ausrüstung macht er bei fast jedem Wetter Spaß. Packliste abhaken, LSF 50+ großzügig verteilen, die Flaggen am Rettungsturm lesen, an der Nordsee die Gezeiten checken — und dann einfach machen lassen. Sandburgen, Wellenhüpfen, Hühnergott-Suche: Die Küste liefert das Programm, du lieferst die Snacks und die Gelassenheit. Wenn euch nach so einem Tag der Sand aus den Schuhen rieselt und alle glücklich-müde sind, habt ihr alles richtig gemacht. Falls ihr noch das passende Basislager sucht: Bei unseren Ferienwohnungen und Ferienhäusern an Nord- und Ostsee ist vom strandnahen Apartment bis zum Familien-Ferienhaus mit Garten alles dabei. Und jetzt seid ihr dran: Was ist euer bester Strand-Trick mit Kindern — und welches Malheur ist euch am Strand schon passiert? Schreibt es in die Kommentare, ich antworte auf jeden einzelnen!

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FeWo-NordOstsee Redaktion

Die Redaktion von FeWo-NordOstsee.de – regionale Küsten- und Reiseexperten für die deutsche Nord- und Ostseeküste. Wir schreiben aus eigener Ortskenntnis über Urlaubsorte, Strände, Ausflugsziele und praktische Reisetipps zwischen Sylt und Usedom.

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